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Viele Schicksale in Thuldoor (Rezension)

3. Mai 2020

Eine Invasion droht Thuldoor zu überrennen. Der Waisenjunge Adam ist der Einzige, der die Provinz vor der Gefahr warnen könnte.
Der Herrscher der Dorneninsel und seine Getreuen drohen von einer perfiden Intrige ausgelöscht zu werden. Kann sein Sohn Nuredien seine neu gewonnenen Kräfte nutzen, um sie zu retten?
Wie das alles zusammenhängt und wer am Ende wirklich die Fäden in der Hand hält, offenbart sich Stück für Stück während der Lektüre von „Thuldoor – Schicksale“ von Adam Frost.

Im Klappentext heißt es: IMG_20200503_135158696_HDRDie vermeintlichen Angreifer sind ebenfalls nur Figuren in einem Machtspiel, bei dem jemand anderes die Fäden zieht und dem es nicht nur um Thuldoor, sondern um das gesamte Königreich Alhosia geht. Es bilden sich unerwartete Allianzen, Feinde werden zu Freunden – und umgekehrt.
Allein deshalb habe ich mich sehr auf die Lektüre gefreut. Ich mag Geschichten, die nicht schwarz-weiß in Gut und Böse unterteilen. Mir wurde nicht zu viel versprochen.

Wir begleiten nicht nur Adam und Nuredien sondern eine Vielzahl anderer Figuren auf den verschiedenen (denn es gibt mehr als nur zwei ;) Seiten der Verschwörung. Dabei lernen wir die durchaus nachvollziehbaren Motive jeder Seite kennen und siehe da, es lässt sich tatsächlich nicht so sauber und klar in Gut und Böse unterteilen. Wie in der Realität eben ;)
Die Schicksale der verschiedenen Figuren verknüpfen sich im Verlauf der Handlung auf spannende Weise miteinander und sorgen für eine unerwartete Wendung nach der anderen.

Ich konnte mich trotz der Vielzahl an Perspektiven sehr gut orientieren, denn sie fügten sich immer gut ineinander. Was leider ein wenig zu kurz kam, war die emotionale Bindung des Lesers mit den Figuren. Obwohl sich in Thuldoor einige sehr dramatische Szenen abspielen, konnte ich mit den Protagonisten nicht so stark miIMG_20200503_135249788_HDRtfühlen, wie in anderen Romanen.

Mit Thuldoor beziehungsweise dem Reich Alhosia reisen wir durch eine Welt, die liebevoller nicht hätte ausgestaltet werden können. Die Fülle an Details und Hintergründen zu Personen, Orten oder kulturellen Besonderheiten ist fantastisch. Informationen, die aus der Handlung nicht ersichtlich werden, streut Adam Frost zwischen den Kapiteln als „Hinweise“ ein und gibt damit ein tieferes Verständnis seiner Welt. (Hier kann man ein wenig der Lifreollenspiel-Hintergrund des Autors erahnen.)
Die Geschichte lässt sich aber problemlos auch ohne diese Hinweise verfolgen.

Fazit: Klassische High-Fantasy in einer äußerst liebevoll ausgearbeiteten Welt. Die Figuren sind vielfältig und facettenreich und jede hat ihr eigenes, spannendes Schicksal. Die Welt bietet eine Fülle an weiteren Möglichkeiten für mehr, was auf die Fortsetzungen gespannt sein lässt.
Die über die Handlung hinausgehenden Hinweise zum Weltenbau werden insbesondere LARP- und RPG-Fans zu schätzen wissen.

Raus! :-)

12. April 2020

Beinahe jeder Blogger, dem ich folge, hat heute einen Post rausgehauen. Also darf ich natürlich nicht fehlen. ;-)

Meine heutige Botschaft ist einfach. Weg vom Bildschirm, weg vom Handy. Geht raus und genießt die Natur, solange das schöne warme Wetter noch anhält. :-)

Corona, was machst du mit mir???

3. April 2020

Eigentlich geht es mir gut. Ich darf noch arbeiten. Ich habe ein Stück Garten hinterm Haus und den Wald vor der Haustür. In meinem Umfeld sind alle gesund. Mein Vorrat an Hefe und Nudeln reicht noch bis nächste Woche.

Trotzdem bin ich jeden Abend völlig fertig. Ich bin gereizt, komme nicht zur Ruhe.
Was ist da eigentlich los? Was passiert mit mir? Mit den Menschen um mich herum? Warum macht mich das alles gerade so fertig?

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Mein ganzes Leben steht Kopf – pausenlos

Es gibt nun wirklich keinen Lebensbereich, den Corona nicht für sich erobert hätte. Mein Beruf (leere Flure, Onlinemeetings, Homeoffice), meine Familie (Kind wird „heimbeschult“, Besuche bei den Eltern und Geschwistern fallen aus). In den Medien und im Bekanntenkreis gibt es kein anderes Thema mehr. Doch ich muss nicht einmal darüber reden. Wann immer ich beim stillen Waldspaziergang einem anderen Menschen begegne, werde ich durch den erhöhten Sicherheitsabstand daran erinnert, dass das Virus die Welt voll im Griff hat. Es gibt kein Entkommen, kein Abschalten, keine Pause.

Das unsichtbare Monster lauert unter meinem Bett

Gehe ich die Straße entlang, durch die Gände im Supermarkt oder warte ich an der Ampel komme ich mir derzeit manchmal vor wie in einem Horrorfilm. Alles sieht normal und arglos aus, aber im Hintergrund läuft der Soundtrack mit den schrillen Geigen. Mit angehaltenem Atem erwartet man, dass gleich aus irgendeinem Schatten der Serienmörder hervorspringt. Fast schon sehnt man ihn herbei, diesen erlösenden Moment, in dem die Bedrohung endlich greifbar wird.
Aber dieser Moment kommt nicht. Die Bedrohung bleibt latent, im Hintergrund, unsichtbar. Ich kann sie ja nicht einmal wirklich einschätzen, diese Gefahr. Ich sehe Statistiken, bunt eingefärbte Landkarten, aber wirklich greifbar wird das ganze dadurch nicht. Schon Alfred Hitchcock wusste, wie man wirklich Horror erzeugt. Durch eine Bedrohung, die unsichtbar bleibt. Unsere Fantasie erledigt den Rest.

Die Welt ist ein fremder Planet

Brötchen kaufen, neue Leute kennen lernen, jemanden nach dem Weg fragen. Vor ein paar Monaten wusste ich noch, wie das geht. Ich kannte mich aus in meiner Welt. Heute stehe ich mit 1,5 Meter Abstand vor dem Bäckertresen und frage mich, ob ich wohl nahe genug herantreten darf, um mein Kleingeld in die Schale zu legen. (Darf ich überhaupt noch mit Münzen zahlen?)
Hebe ich besser grüßend die Hand oder sage ich lieber nichts, während ich auf die andere Seite des Weges ausweiche, weil mir jemand entgegen kommt? Die impliziten Normen und Regeln unseres sozialen Miteinanders sind komplett ausgehebelt. Ständig muss ich überlegen, wie ich mich jetzt am besten verhalte. Ich komme mir vor, wie in einer völlig fremden Kultur, die ich nicht verstehe. Wie auf einem fremden Planeten ohne Reiseführer.

Es hilft schon ein bisschen, zu wissen, was da eigentlich gerade in meiner Psyche abgeht. Aber bisher reicht es nicht, um mich davon zu befreien.

Wie geht es euch? Wie haltet ihr euch in diesen verrückten Zeiten über Wasser?

Alles Gute und bleibt gesund! Und trotz allem frohe Ostern!

Pfote

Lebendige Figuren sind Archetypen

15. Januar 2020

Geschichten leben von ihren Figuren.

Die Figuren sollen plastisch sein, lebendig, den Leser förmlich von der Buchseite anspringen. Mit ihnen soll der Leser mitfiebern und sich in ihnen wiedererkennen. Sie sind es, die den Plot vorantreiben.
Solche Figuren zu erschaffen, ist eine ziemliche Herausforderung. Zumindest für mich. Es gibt zwar viele Schreibratgeber, aber eine Anleitung, in sich stimmige, konsistente und trotzdem lebendige Charaktere zu zeichnen, habe ich noch nirgends gefunden. Der aus dem Pen & Paper Rollenspiel entlehnte Charakterbogen kann zwar eine gewisse Grundlage liefern, mehr aber auch nicht.

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Auf meiner Suche fand ich in der Welt des Schreibens stieß ich auf ein Konzept, dass ich eigentlich aus der Psychologie kenne. In Mythen und Legenden, in der Esoterik und in Religionen, in Romanen und Filmen sind sie überall anzutreffen: die Archetypen.

Was ist ein Archetyp?

Der Begriff Archetyp, (von altgriechisch arché = Beginn, Anfang und typos = Vorbild, Skizze) ist ein idealtypisches (Ur-)Bild. C.G. Jung prägte diesen Begriff in der Psychologie als Bezeichnung für Grundstrukturen menschlicher Vorstellungs- und Handlungsmuster. Archetypen wie z.B. den des Helden, der Mutter oder des Narren findet mal über alle Kulturräume hinweg wieder. Sie sind quasi ein Teil unseres menschlichen Erbes. Und so tauchen sie bis heute in Geschichten auf.
(Ein anderes, ganz ähnliches Beispiel ist die Heldenreise.)

Ist ein Archetyp nicht auch stereotyp?

Wie der Stereotyp ist auch der Archetyp allgemein bekannt und daher leicht erkennbar. Er ist jedoch eben nicht so starr, verallgemeinernd und vereinfacht wie der Stereotyp. Der Archetyp ist keine einengende Schablone, sondern eine Grundstruktur, aus der sich der Charakter einer Figur entfalten kann. Leicht erkennbar und vertraut, aber dennoch individuell – eigentlich genau das, was Autoren brauchen, oder?

„16 Master Archetypes“

Nun gibt es theoretisch eine Unzahl verschiedener Archetypen. Welche aber könnten für mich als Autorin besonders relevant sein?

Durch die Empfehlung eines Autorenkollegen bin ich auf ein sehr interessantes Buch gestoßen. „16 Master Archetypes“ (Tami D. Cowden, Caro LaFever, Sue Viders). Es beschreibt jeweils 8 weiblichen und männliche Archetypen, die in den heutigen Medien gängig sind. Dazu gibt es, vor allem aus Filmen, viele konkrete Beispiele für Vertreter dieser Archetypen, was das Ganze sehr anschaulich macht. Ein besonderes Goodie sind die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der Archetypen, wie sie typischerweise miteinander interagieren und wie sich ihre Beziehung entwickelt. Leider ist es nur auf Englisch verfügbar.

Das Schmankerl zum Schluss

In den nächsten Wochen werde ich Stück für Stück Einblicke in das geben, was ich persönlich über die Archetypen aus diesem Buch mitgenommen habe. Also, kommt häufiger mal vorbei ;)

 

 

Alles neu macht 2020 – Wolffstochter auf Instagram

6. Januar 2020

Herzlich willkommen in 2020!  

Ich hoffe ihr hattet alle einen guten Rutsch und ein paar entspannte Tage während und nach den Feiertagen. Für mich war endlich einmal Zeit, mich mit einem Thema zu beschäftigen, dass ich schon lange angehen wollte. Instagram. Neben Facebook bin ich ab sofort also auch dort zu finden, unter dem Namen Wolffstochter. Das entsprechende Icon findet sich auch rechts in der Menüleiste.

Ich freue mich auf euren Besuch!

An der Schwelle einer großen Reise – NaNoWriMo

28. Oktober 2019

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Ich habe meinen Rucksack gepackt. Er ist voll gestopft und liegt schwer auf meinen Schultern. Dennoch, eigentlich ist er nicht groß. Habe ich an alles gedacht? Oder vielleicht doch etwas wichtiges vergessen? Kann das überhaupt reichen, um mich ans Ziel zu bringen?

Es kribbelt in meinem Bauch, während ich auf der Türschwelle stehe, die Klinke noch in der Hand, und hinaus auf die Straße schaue, die sich vor mir in die Ferne windet. Meine Sohlen scharren über den Stein. Bald geht es los. Bald.

Am liebsten würde ich jetzt sofort loslaufen. Meine Beine prickeln vor angespannter Kraft und Ungeduld. Nur noch ein paar Tage. Dann ist es soweit.

Es wird ein weiter Weg. Wo ich jetzt noch die Straße vor mir sehe wird bald kaum mehr ein Pfad erkennbar sein. Nur noch mein blindes Gefühl wird mich leiten, sobald ich über den Rand meiner Wanderkarte hinaus gekommen bin. Über Wiesen, durch neblige Sümpfe oder undurchdringliches Unterholz … wer weiß?

Der Wind pfeift mir ins Gesicht. Er ist frisch und kühl und trägt den herben Duft von Harz und Leder. Über den Himmel huschen im Wechsel weiße und graue Wolkenfetzen. Sicher wird es bald regnen, vielleicht sogar schneien.

Will ich diese Reise wirklich wagen? Keine Ahnung, ob der nächste Wolkenbruch mich nicht schutzlos auf offenem Feld überrascht oder ob ein Sturm die Äste über meinem Kopf zum brechen bringen wird. Keine Ahnung, ob der Proviant in meinem Rucksack reicht oder ob meine Stiefel sich nicht durchlaufen.

Ja, ich will es wagen, denn die Reise ist das, was zählt!

Allen Mitautoren auf diesem Weg wünsche ich einen guten Start in den November, den #NaNoWriMo

Mehr Spaß mit einem Erfolgsbuch

16. Oktober 2019

Ist Erfolg etwas, das mir von außen zugeschrieben wird? Oder ist es eine Frage der inneren Haltung? Bin ich erfolgreich, wenn ich meine Ziele erreiche, auch wenn diese noch so trivial erscheinen?

Was wir Autoren in jedem Fall immer gut gebrauchen können, ist Motivation und Selbstbewusstsein. Ein sehr guter Dünger für diese Pflänzchen ist sicherlich, sich zu vergegenwärtigen, was ihr schon alles erreicht habt, was euch gut gelungen ist … die kleinen Erfolge des Lebens eben.

Den meisten unter uns Autoren hegen eine gewisse Leidenschaft für Notizbücher. Oft werden sie gekauft, sind dann aber doch „zu schön“ um sie mit „belanglosem Gekrizel“ zu füllen. Hier kommt also ein guter Verwendungszweck für euer Lieblingsnotizbuch – das Erfolgsbuch.

Bild von Pixabay

Was jeder als Erfolg verbucht, ist natürlich sehr individuell. Für den Start jedoch hier ein paar Ideen, die aufzuschreiben sich lohnt:

  • Erfolge

Was ist mir heute gut gelungen? Wo habe ich ein (kleines) Ziel erreicht? Natürlich holt man nicht jeden Tag die Sterne vom Himmel, aber darum geht es auch nicht. Jeder große Wurf beginnt im Kleinen. Selbst an Tagen, an denen einfach alles schiefzugehen scheint, kommt ihr mit ein bisschen Nachdenken bestimmt auf einen kleinen Erfolg  – und sei es nur: „Heute habe ich es pünktlich und ohne Unfall in die Firma geschafft.“

  • Dankbarkeit

Dankbarkeit ist ein mächtiges Werkzeug für mehr Zufriedenheit und Glück im Leben. Auch hier sind es die vermeintlich „kleinen“ Dinge, die den Unterschied machen. zum Beispiel: „Ich bin dankbar, dass mein Partner heute gekocht hat und mich dadurch entlastet.“ Oder auch etwas grundsätzlicher: „Ich bin dankbar, dass ich morgens gesund aufstehen kann.“

  • Ziel

Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, setzt sich jeden Abend mir ein Ziel für den nächsten Tag. Es kann ein berufliches Ziel sein, etwa: „Morgen beende ich das 10. Kapitel meines aktuellen Romanprojekts“, oder ein privates Ziel, wie „Morgen nehme ich mir Zeit für ein Schwätzchen mit meiner netten Nachbarin“.

Was bringt das alles?

Durch ein Erfolgsbuch kann der Alltag in einem ganz neuen Licht erscheinen: Dinge, die normalerweise als selbstverständlich hingenommen werden, treten plötzlich ins Bewusstsein. Ich nehme wahr, was ich erreicht habe und wie gut es mir geht. Das gibt Schub, auch die Dinge anzugehen, die noch nicht so gut laufen.

Pfote