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Mein Nicht-Buchmesse-Wochenende: Autorentreffen der Federteufel 01/2018

18. März 2018

Ich habe auf Facebook ja fleißig alle beneidet, die an diesem langen Wochenende auf der Leipziger Buchmesse sind. Leider war es mir dieses Jahr nicht möglich, auch dabei zu sein. Dafür wurde ich gestern allerdings massiv entschädigt:

Im schönen München fand wieder einmal Autorentreffen der Federteufel statt – das erste im Jahr 2018. Mit dabei waren Mitglieder aus Bern, Voralberg, Stuttgart und natürlich München.

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Ganz in der beliebten und bewährten Tradition des Federteufel-Forums – ernsthafte und sachliche Kritik an unseren Texten – war der zentrale Programmpunkt die Beschäftigung mit Ausschnitten aus unseren eigenen Texten. Jeder durfte bis zu 5 Normseiten mitbringen, die dann in der Runde vorgetragen und besprochen wurden.

Bild2Dieses Mal haben wir etwas Neues gewagt, denn vorgelesen wurde der Text von jeweils einem Anderen. Es ist wirklich etwas ganz anderes, den selbst geschriebenen Text aus dem Mund eines anderen zu hören – es fühlt sich in etwa so an, wie die eigene Stimme auf einer Aufnahme anzuhören. Total schräg. Aber die liebe Mooncat hat wirklich ganz hervorragend den eskalierenden Konflikt aus meinem aktuellen Projekt „Sturmprinzessin“ vorgetragen, so dass ich es trotz allem irgendwie genießen konnte. (Auch wenn man mir das jetzt nicht wirklich ansieht ;)

Da in unserer Runde immer sehr unterschiedliche Vorlieben und Schreibstile zusammenkommen, erhielt jeder von uns eine sehr facettenreiche Rückmeldung zu dem Text. Ein Thema hat sich dieses Mal jedoch interessanterweise recht kontinuierlich durch den Tag gezogen: die Emotionen.

Wie beschreibe / zeige ich die Emotionen meiner Figuren? Und – noch viel schwieriger – wie löse ich Emotionen in meinen Lesern aus?

Um die Gefühle eines Charakters darzustellen stehen einem verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Man kann zum Beispiel die körperlichen Reaktionen beschreiben, das war für die meisten von uns das Naheliegendste. Es wird aber womöglich schnell langweilig, wenn man zum fünften Mal von schweißigen Händen und schlotternden Knien schreibt, außerdem wird das schnell Klischee. Nicht immer hilft viel auch viel. Gerade an manchen unserer Textbeispiele haben wir feststellen können, dass oft ein einziger, treffend gesetzter Satz alles sagt, was es zu sagen gibt. Gedanken, Ausrufe oder Handlungen der Figur können da sehr ausdrucksstark sein.

Noch schwieriger wird es, wenn es darum geht, Gefühle im Leser auszulösen. Denn der übernimmt nicht automatisch die Emotionen der Figur. Eine sehr interessante Erkenntnis im Rahmen unserer Diskussion war, dass es bei diesem Thema wohl meist eher nicht um das Handwerkliche geht – also wie ich die Situation beschreibe – sondern um den Inhalt selbst. Gerade wenn ein großer Kontrast besteht, taugt die Szene dazu, starke Gefühle im Leser auszulösen: eine liebevolle Handlung in einer lebensbedrohlichen Umgebung, das Durchgehen der Einkaufsliste während eines Mordes … Spannende Gedanken, sie sich bestimmt in unseren künftigen Texten niederschlagen werden.

Zu all der intensiven Textarbeit gibt es bei den Federteufeln auch immer ein köstliches Buffet. Schokoladenkuchen, Kräuterbrot, Blätterteigschnecken, Muffins und natürlich die berühmten schweizer Schümli, dazu ein lieblicher Wein – und die Teufel sind glücklich. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!

Pfote

 

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Erzähl‘ mir die Geschichte vom Tod – Oneiros von Markus Heitz (Rezension)

10. März 2018

Ist es nicht großartig, wenn man sich auf die alltägliche nervige Autofahrt freuen kann? Gute Hörbücher machen’s möglich. Nach Richard Schwarz‘ „Der Falke von Aryn“ kommt nun Nummer 2:

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Markus Heitz – Oneiros

Nach der sicheren Landung auf dem Flughafen Charles-de-Gaulle in Paris rast der A380 ungebremst in das Terminal. Doch alle Passagiere sind bereits zuvor gestorben. Was steckt dahinter?
Zur gleichen Zeit arbeitet der Bestatter Konstantin Korf höchst professionell daran, eine Leiche für die Aufbahrung vorzubereiten, während sein neuer Azubi ihm assistiert.

Schon dieser Einstieg macht einem klar, dass man es hier mit einem sehr außergewöhnlichen Roman zu tun hat. Ein Mystery-Fantasy-Thriller mit teils skurrilen, teils witzigen Elementen.
Jedem Kapitel hat Heitz ein Zitat über den Tod vorangestellt und an einigen Stellen werden Märchen über den Tod in voller Länge wiedergegeben. Diese stehen nicht etwa außerhalb der Geschichte sondern sind jeweils geschickt in die aktuelle Handlung verwoben.

Konstantin Korf hütet ein düsteres Geheimnis, das ihn mit dem Flugzeugunglück genau so in Verbindung bringt, wie mit den gewissenlosen Menschenexperimenten der Ärztin Kristin von Windau und dem undurchsichtigen Fotografen, der neben seiner Kamera auch eine großkalibrige Pistole mit sich herum trägt.

Ich möchte gar nicht mehr über den Inhalt schreiben, denn dann würde ich einige Enthüllungen bereits vorweg nehmen, die Markus Heitz so schön langsam und Schritt für Schritt dem Leser präsentiert – und das wäre unglaublich schade.

Der Autor hat ein komplexes Netz aus verschiedenen Figuren gestrickt, die gegeneinander intrigieren, aus opportunistischen Gründen zusammenarbeiten oder sich auch mal unglücklich gegenseitig im Weg stehen. So tappt der Leser lange Zeit im Dunkeln, wer denn nun eigentlich Freund und wer Feind ist.
Dabei kommt die Geschichte ohne „klassischen“ Antagonisten aus. Denn selbst hinter der skrupellosen Ärztin Kristin, die noch am ehesten in dieses Schema gepasst hätte, steckt eine emotional berührende Tiefe und ein packender Hintergrund.

Über diesem Figurennetz schwebt allgegenwärtig Gevatter Tod. Er nimmt eine tragende Rolle in dieser Geschichte ein – und das ohne jemals aufzutreten. Denn letztendlich geht es bei den Bemühungen aller nur darum, mit ihm ins Geschäft zu kommen.
Was das bedeutet? Wird nicht verraten … ;)

Zu den Figuren: Der Protagonist Konstantin Korf ist als Koryphäe in der Bestattungskunst und geschickter Parcours-Sportler vom ersten Moment an eine interessante, facettenreiche Figur. Seine Professionalität auf diesen Gebieten bricht sich im Verlauf der Geschichte immer wieder mit seiner Unbeholfenheit gegenüber Frauen und seiner oft eher planlosen und impulsiven Vorgehensweise, mit der er sich nicht nur in heikle, sondern auch in die ein oder andere amüsante Konfrontationen hineinmanövriert. Genau das macht ihn zu einem rundum sympathischen Charakter, mit dem man gerne hofft und mitfiebert.

Wie bereits angedeutet steckt auch hinter Kristin von Windau mehr, als man bei dem ersten auf dem OP-Tisch verblutenden „Versuchskaninchen“ ahnt. Sie hat erstaunlich tiefe, persönliche Motive. Diese machen sie in ihren entschlossenen Handlungen extrem stark und gefährlich, sind letztendlich aber auch ihre größte Schwäche. Ihrer Geschichte verleiht der Autor einen ebenso überraschenden wie ergreifenden Abschluss.

Leider sind nicht alle Figuren in diesem Roman so detailliert ausgearbeitet. Dies ist auch bei demjenigen Charakter der Fall, der ganz am Ende als der Bösewicht dasteht. Denn bis zum Showdown hat der Leser nicht viel mehr über die Motivation und die Hintergründe dieser Figur erfahren, als Konstantins Mutmaßungen und Spekulationen. Das ist ein bisschen wenig, zumal die Konfliktauflösung am Ende diese offenen Fragen nicht beantwortet.

Trotzdem führt Markus Heitz die Geschichte insgesamt zu einem stimmigen und befriedigenden Ende. Es bietet zudem einige Anknüpfungspunkte für mögliche Fortsetzungen, wir dürfen also gespannt sein …

Fazit: Oneiros ist ein Mystery-Fantasy-Thriller, der alles andere als gewöhnlich daherkommt. Die durchgängig spannende und interessante Handlung ist gewürzt mit Witz und einigen abgefahrenen Ideen. An manchen Stellen hätte den Charakteren mehr Tiefe wirklich gut getan. Dieses Manko machen die lebendigen Hauptfiguren jedoch wieder wett.
Man kann dem Tod kaum furchtloser die Stirn bieten als in diesem Buch.
Vier von fünf Pfötchen.

Pfote Pfote Pfote Pfote

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Sprecher Simon Jäger:
Er hat schon fantastischen Rollen wie Heath Ledgers Joker seine Stimme geliehen. Was soll ich daher noch sagen, einfach großartig! Er schafft es, jede Szene im genau richtigen Tempo und mit genau der richtigen Betonung zu lesen und so greifbare Atmosphäre zu schaffen. Jeder Figur verleiht er eine eigene, unverwechselbare Stimme – sächsischer, italienischer, französischer und russischer Akzent inklusive. Sowas kenne ich sonst wenn überhaupt nur aus Hörspielen.
Simon Jäger höre ich gerne jederzeit wieder. Er bekommt von mir volle fünf Pfötchen.

Pfote Pfote Pfote Pfote Pfote

Rezension: Richard Schwartz – Der Falke von Aryn

3. Februar 2018

Da ich aktuell viel im Auto unterwegs bin, habe ich umgestellt auf Hörbücher. Glücklicherweise stehen sie ihren gedruckten Zwillingen in nichts nach – zumindest nicht dieses Hörbuch. Es hat sogar dafür gesorgt, dass ich mich jeden Tag auf die Fahrt gefreut habe, weil ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht …

csm_produkt-13572_65a5f2cfffLorentha, Majorin der Garda, sucht in Aryn nach dem Mörder, der ihre Mutter vor 20 Jahren umgebracht hat. Dabei kommt ihr der Auftrag ihres Vorgesetzten, eine gestohlene Reliquie aufzuspüren, eigentlich nur in die Quere. Noch dazu enthält ihr Auftrag, den die Ermittlung leitenden Adligen Raphanael de Manvere zu beschützen. Lorentha, die mit Leib und Seele Soldatin ist, hält nicht viel von den hohen Herrschaften, doch die Zusammenarbeit mit Raphanael verläuft von Anfang an alles andere als erwartet.
Die Spuren führen Lorentha in eine lange geheim gehaltene Vergangenheit, in die auch ihre eigene Familie verstrickt ist.

Lorenta und Raphanael sind beide Figuren, wie sie mir Spaß machen. Sie wissen genau was sie wollen und verfolgen ihre Ziele mit all ihren Kompetenzen. Dabei haben sie natürlich ihre Ecken und Kanten und auch ihre Schwächen, aber das Herz am rechten Fleck. Ihr Aufeinandertreffen sorgt dafür, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt.
Auch die Nebenfiguren erscheinen plastisch und greifbar und man ist neugierig auf ihre Geschichte, die sich teilweise im Verlauf des Romans auf interessante Weise enthüllt. Immer wieder greift der Autor Klischees auf, nur um sie später zu brechen und den Leser zu überraschen.
Es stellt sich heraus, dass man auch über die Protagonisten am Anfang noch nicht alles weiß. Wirklich gelungen.

Die Welt, in der sich die Stadt Aryn befindet, ist mit ihrer Bevölkerung, ihrer Politik und ihrer Kultur sehr farbig und stimmig gezeichnet. Schade, dass es dann doch ein paar Schnitzer gibt, die mich aus dem Bild geworfen haben. Zum Beispiel, wenn plötzlich ein altbekannter nordischer Gott auftaucht bei einem sonst frei erdachten Pantheon. Das hätte nicht sein müssen.

Die Verschwörung um den Falken von Aryn, welche die Protagonistin nach und nach aufdeckt, enthält viele interessante Wendungen und man ist bis zum Schluss gespannt auf die Auflösung. Am Ende fügen sich auch die Puzzleteile, die man zunächst gar nicht als solche erkannte, zu einem überraschenden Gesamtbild zusammen.

Die sich sanft aufspinnende Liebesgeschichte hat mir insofern gut gefallen, dass sie nicht die Standards à la „kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht?“ bedient und auch kein „ich habe dich in einer zweideutigen Situation gesehen und deshalb rede ich nicht mehr mit dir“ vorkommt. Stattdessen kommen Lorentha und Raphanael sich durch ihre gemeinsame Aufgabenstellung auf eher unkonventionelle Weise näher und aufgrund ihrer verschiedenen Verpflichtungen und Weltanschauungen findet zwischen ihnen immer wieder ein spritziger und humorvoller Schlagabtausch statt.
Das Ergebnis ihrer Beziehung ist durchaus schön und stimmig, leider vermeidet Richard Schwartz es aber, den Leser eine befriedigende (und erlösende) Szene miterleben zu lassen und beschränkt sich auf Rückblende bzw. die Perspektive eines Dritten. Sehr schade.

Fazit:
„Der Falke von Aryn“ ist ein sehr lesenswertes Buch mit Spannung, Witz, Abenteuer und einem Hauch Romantik. Über kleine Schnitzer kann man hinwegsehen.
Vier von fünf Pfötchen.

Pfote Pfote Pfote Pfote

Da es sich in diesem Fall um ein Hörbuch handelte, auch noch ein kurzes Statement zum Sprecher:
Michael Hansonis versteht es, jedem Charakter seine eigene Stimme zu verleihen. Dadurch ist immer klar, wer gerade spricht. Leider klang er besonders am Anfang hin und wieder etwas verschnupft. Auch habe ich, gerade abseits von Dialogen, schon lebendigere Vorleser gehört. Daher nur drei Pfötchen.

Pfote Pfote Pfote

Futter für den Schweinehund

8. Januar 2018

24862571_549402112081558_4221860166491789795_nEs ist mal wieder Januar und damit Hochsaison für gute Vorsätze: Weniger Süßigkeiten, mehr Sport, jeden Tag schreiben, endlich mal den Keller ausmisten und vieles mehr reihen sich in manch langen Listen aneinander.

Mit dem Erscheinen der guten Vorsätze tritt jedoch sogleich noch etwas anderes auf den Plan. Ein berüchtigtes und allseits gefürchtetes Fabeltier – der innere Schweinehund.

Die guten Vorsätze sind sein Grundnahrungsmittel und folglich sorgt er dafür, dass die meisten davon spätestens in Kalenderwoche zwei dem Fraß zum Opfer fallen.

Als Fantasy Autorin habe ich natürlich grundsätzlich eine Menge übrig für derartige Wesen aus dem Reich der Legenden. Und wie wahrscheinlich die meisten anderen Autoren (unabhängig vom Genre) habe ich über die Jahre eine Menge Futter für dieses Wesen produziert. Und oh ja, gefressen wurde es auch ;)

Im letzten Jahr habe ich mich schon einmal mit dem Thema befasst und bin zu dem Schluss gekommen, dass Vorsätze vor allem folgendes sein müssen: konkret, wohl dosiert und mit Routinen verknüpft. Dieses Jahr möchte ich mich einer ganz anderen Facette widmen – der emotionalen.

Was ist denn eigentlich der innere Schweinehund?

Normalerweise haben wir in uns zwei Stimmen, gerne verbildlicht als ein Engelchen und ein Teufelchen. Auf der einen Seite steht die Vernunft, die uns predigt wie gut es wäre, jetzt ins Fitnessstudio zu gehen oder die uns mahnt endlich am aktuellen Roman weiter zu arbeiten. Auf der anderen Seite räkelt sich der Schweinehund, der lieber auf dem Sofa liegen und einen Film schauen will.

Aber ist dieses Wesen wirklich ein Teufelchen? Hat Mutter Natur uns wahrhaftig einen inneren Saboteur eingepflanzt? Das kann doch eigentlich kaum wahr sein.

Im Umkehrschluss aber bedeutet dies, dass unser innerer Schweinehund in Wirklichkeit etwas Gutes ist. Wie das?

Der Schwellentroll

Im Sommer hat Schreibcoach Marie Gräff in ihrem Gastbeitrag auf schreibfluss.com ein interessantes Bild des Schweinehundes gezeichnet, den sie „Schwellentroll“ nennt.
Vergleichbare Argumente findet man auch im Business Bereich, z.B. in einem Beitrag der Karriereberaterin Caterine Schwiertz.

Demnach ist der innere Schweinehund ist in Wahrheit ein Überlebensmechanismus. Er will, dass wir es warm und gemütlich haben und hindert uns nur deshalb daran, unsere Komfortzone zu verlassen. Denn schließlich lauern da draußen alle möglichen Gefahren! Kein Löwe setzt sich dem Risiko aus, von einem Büffel auf die Hörner genommen zu werden, wenn ihn der Hunger nicht dazu treibt.

Das klingt jetzt vielleicht, als wäre der Schweinehund ein Relikt aus der Steinzeit, das heute keine Relevanz mehr hat. Mitnichten. Die Gefahren unserer Welt haben sich nur verändert. In den Burn-out zu rennen, weil man sich zuviel vorgenommen hat, ist zum Beispiel ein ernst zu nehmendes Risiko unserer Zeit. Oder dass man sich von der Familie entfremdet, weil man zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Vor dieser und anderen Gefahren will uns der Schweinehund beschützen. Deshalb fordert er gute Gründe, um sich vom Sofa herunter zu bewegen. Gründe, die unserem „Überleben“ förderlich sind.

Aber es ist doch gut für uns, wenn wir fitter sind, den Roman endlich beenden und mehr Platz im Keller haben.

Oder?

Von blumigen Phrasen aus Werbebroschüren lässt sich der innere Schweinehund jedenfalls nicht beeindrucken. Er will ganz konkret wissen: Was ist der Gewinn für uns? Was wollen wir wirklich erreichen und haben?

Als Teil des Unterbewussten „denkt“ er in Bildern und Gefühlen. Mit abstrakten Begriffen wie „Fitness“ oder „Roman“ kommen wir also nicht weiter.

Um ihn zu überzeugen müssen wir uns zwangsläufig mit dem auseinandersetzen was wir wirklich wollen und warum.

Was also wollt ihr wirklich?

Das zu beantworten ist gar nicht so einfach, wie es im ersten Augenblick vielleicht scheint. Es gibt nämlich viele Menschen, die gar nicht wissen, was sie wirklich wollen. Wie kommt das?

Den wahren Willen zu finden ist eine Kunst, die heutzutage scheinbar ziemlich eingeschlafen ist. Kein Wunder, bei all den Werbebotschaften und fremden Meinungen, die von allen Seiten auf uns einprasseln und uns dies oder jenes weismachen wollen. Es ist oft schwierig, das, was man selber will, von dem zu unterscheiden, was andere meinen, was man wollen soll.

  • Wollt ihr jeden Tag joggen gehen, weil der hämmernde Puls und der pumpende Atem sich einfach geil anfühlen? Weil die frische Waldluft so würzig schmeckt
  • Oder bloß, weil gerade alle Kollegen davon reden, wie gesund es doch wäre wenn ..?
  • Wollt ihr diese Geschichte schreiben, um mit euren Protagonisten zu lachen, zu leiden und zu zittern, oder einfach ihre Gesellschaft genießen? Weil es diese Geschichte nur in eurem Kopf gibt und in keinem anderen Buch der Welt?
  • Oder glaubt ihr, dass das Thema gerade hip ist am Markt und sich bestimmt gut verkauft?

(Ich denke es wird klar, was ich meine.)

Der erste Schritt ist also, zu erkennen, was ihr wirklich wollt.
Der Schweinehund hat eine untrügliche Nase für unechte Wünsche und wird sie im Keim ersticken auffressen.
Der zweite Schritt ist die Antwort auf die Frage „wie bekomme ich genau das, was ich will?“
Womit bringe ich meinen Verstand und mein Unterbewusstsein in Gleichklang?

Konkret formuliert:
Wenn es die frische Waldluft ist, die mich nach draußen zieht, ist es vielleicht besser, mir regelmäßige Spaziergänge vorzunehmen als mich mit Jogging zu quälen. Und anschließend kann ich mir ja noch eine schöne Tasse Tee genehmigen.
Wenn ich in der Welt meiner Geschichte aufgehe und meine Figuren aus purer Lust bei ihren Abenteuern begleite, dann könnte es helfen, ein Zeitfenster zum Schreiben einzurichten anstatt mir konkrete Wortziele zu setzen.
Das ist dann eher etwas für die Menschen, die gerne täglich ihren Wordcount in den Sozialen Medien hinausposaunen. Auch daran ist nichts falsch.

Hört in euch hinein und findet die Ziele und Wege, die zu euch passen, die sich einfach gut anfühlen.

Pfote

Weihnachtsgeschenk für Neu-Autoren

22. Dezember 2017

1513932590072Bald ist sie wieder da, die ruhige und besinnliche Weihnachtszeit … Wobei ich mich immer wieder frage, wie man überhaupt noch von Ruhe und Besinnlichkeit sprechen kann bei all dem Trubel, dem Vorbereitungsstress und der Rennerei nach Weihnachtsgeschenken.
Was bin ich froh, dass unsere Familie sich dieses Jahr dazu entschlossen hat, dem Einzelhandel ein Schnippchen zu schlagen und auf Geschenke zu verzichten. Stattdessen schenken wir uns Zeit. Eine gemeinsame Aktivität oder ein Ausflug – ganz in Ruhe nachdem die Weihnachtsmarktstände abgebaut und die Geschenkpapierberge entsorgt wurden.

Trotzdem habe ich hier heute ein Weihnachtsgeschenk. :)

Naja, von mir ist es eigentlich nicht. Es ist etwas worauf ich aufmerksam gemacht wurde und wofür mein Blog anscheinend eine hilfreiche Informationsquelle dargestellt hat (worüber ich mich natürlich sehr freue).

buch-schreibenUnd zwar hat Melanie Schultz ein E-Book geschrieben und stellt es auf ihrer Webseite kostenlos zur Verfügung. Unter dem Titel „Bxuch schreiben & Autor werden“ fasst sie kurz und prägnant zusammen, worauf es beim Schreiben – und später auch beim Veröffentlichen – ankommt. Ein Crashkurs sozusagen, für alle die sich gerade mit dem Einstieg in die Welt des Schreibens beschäftigen. Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die vielen Faccetten des Schriftstellerdaseins und ist damit ein sehr hilfreicher Ausgangspunkt, um tiefer in das Gebiet einzutauchen.

Besucht Melanie doch mal auf http://www.buchschreiben.com und holt euch dort euer Weihnachtsgeschenk ab. :)

Ich wünsche euch frohe Weihnachten und schonmal einen erfolgreichen Start ins neue Jahr 2018!

Pfote

Wenn man sich der Realität beugen muss …

20. November 2017

Seit Mitte September habe ich kein einziges Wort mehr geschrieben. Und das, obwohl jetzt November, also internationaler Schreibmonat ist.

Im Oktober habe ich noch gedacht, ich könnte zumindest mit einer kleinen Geschichte mitschreiben Aber ich kam nicht einmal dazu, mir über einen Titel Gedanken zu machen.

Tja, manchmal muss auch eine Träumerin wie ich sich der Realität beugen…

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Grund ist eine wesentliche Veränderung in meinem Leben – ein neuer Job. Er ist genau das, was ich mir vorgestellt habe: strategische Arbeiten, viel Gestaltungsspielraum, ein Familienunternehmen. Ich darf kreativ arbeiten. :)

Nun muss ich den Autoren hier nicht erzählen, dass kreatives Arbeiten mitunter ziemlich anstrengend sein kann. Ihr könnt euch daher sicher vorstellen, dass ich nach Feierabend gerade ziemlich fertig bin.

Außerdem scheint es, als hätte ich den Effekt der längeren Fahrzeit ziemlich unterschätzt. Zwei Stunden täglich, die jetzt im Auto draufgehen sind schon ganz schön hart.

Da funktioniert meine Strategie mit einer Stunde früher aufstehen nicht mehr, denn ich käme in eine Zeit, die sich dafür beim besten Willen nicht mehr eignet. Außerdem ist das ohnehin keine Dauerlösung für mich, das halte ich höchstens mal für einen Monat wie den November durch. Die Wochenenden sind irgendwie auch immer voll, aber irgendwann will ich ja auch was mit Freunden und Familie machen. Dass wir uns mittlerweile in der Vorweihnachtszeit befinden, hilft auch nicht gerade. Tja, alles nicht mehr so einfach wie noch im letzten Jahr vor dem Nano.

Fazit: Ich lebe noch, ringe aber heftig mit den Grenzen eines 24-Stunden-Tages und einer 7-Tage-Woche.

Aber ich bin Optimist und bestimt kriege ich das bald wieder in den Griff. Spätestens mit den nächsten guten Vorsätzen.

Pfote

Federteufel Workshop 2017

15. Juli 2017

Intensive Autorenarbeit und dabei eine Menge Spaß – das gibt es bei den Federteufeln. Neulinge immer herzlich willkommen :)

Es gibt Dinge, die macht man am besten im Präsens. Zum Beispiel Workshops. Am 1. und 2. Juli stand der zweite der Federteufel an. Wer es nicht weiß: Die Federteufel sind ein kleines Forum am Rande der Sichtbarkeit, in das sich eine Gruppe unermüdlicher Schriftsteller und solche, die es werden wollen, zurückziehen, um ihren Werken […]

via Federteufel Workshop in Esslingen 1. und 2. Juli 2017 — Ryek Darkeners Blog