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Selbstvermarktung – Rückgrat ist alles

29. Mai 2017

Das mit dem Marketing ist wirklich so eine Sache. Nicht nur im Bereich self-publishing. Von diesem Post kann sich eigentlich jeder Schriftsteller und jede Schriftstellerin ein Stück Weisheit mitnehmen. Ganz nach dem Motto: schreibt Gutes und redet darüber.

Nike Leonhard - Fantasy und Historisches

In meinem heutigen Beitrag geht es mal wieder um Marketing. Genauer gesagt um einen Aspekt, der oft vernachlässigt wird: das eigene Selbstbewusstsein.
Nicht nur dass sich Autorinnen in den einschlägigen Foren oft selbst als angehend, Möchtegern oder Schreiberlein bezeichnen, sie tun das auch in anderen Bereichen. Mit fatalen Folgen. Denn während Autorinnenforen geschützte Bereiche sind, in denen man mit einem gewissen Grundkonsens unter Gleichgesinnten rechnen kann, gelten außerhalb andere Regeln.
Das fängt schon damit an, dass der kollegiale Respekt, der in fast allen Schreib- und Autorinnengruppen existiert, fehlt. Wer kennt das nicht: Da outet man sich als Autorin und wird als erstes gefragt: „Und? Kannst du davon leben?“ Alternativ kommen auch gerne Kommentare wie: „Das ist ja auch ein schönes Hobby“, oder „Hast du auch einen richtigen Beruf?“ Mit anderen Worten: Wenn du nicht J. K. Rowling oder Goethe bist, wird deine Arbeit weniger ernst genommen, als wenn du als…

Ursprünglichen Post anzeigen 494 weitere Wörter

Pitch – der professionelle Auftritt

7. Mai 2017

Du meine Güte, was war ich aufgeregt! Auf der Leipziger Buchmesse 2017 durfte ich zum ersten Mal beim Autoren-Speed-Dating (Meet & Greet des BVjA) mitmachen.

10 Minuten Zeit, das eigene Romanprojekt vorzustellen – *Gong* – weiter zum nächsten Verlag. Ich war mindestens so nervös, wie bei meinem allerersten Vorstellungsgespräch – und das schon Tage davor.

Mit Lampenfieber rannte ich herum wie ein aufgescheuchtes Huhn und traf alle nur denkbaren Vorbereitungen. Klingt ein bisschen verrückt, aber gute Vorbereitung ist dann irgendwie doch immer die halbe Miete. Zumindest hilft es im entscheidenden Moment ungemein, wenn man weiß, was man sagen will. Auch wenn es am Ende dann doch ganz anders läuft, als erwartet – so wie beim Meet & Greet auf der LBM 17.

Vorab habe ich natürlich das Exposé für den Roman geschrieben (mehr zum Thema Exposé). Und überarbeitet. Und nochmal geschrieben. Wieder überarbeitet. Und beinahe auswendig gelernt. Ich habe mir morgens vor dem Spiegel und abends im Bett überlegt, wie ich die Romanvorstellung anfange, was ich wie erzählen will …

Trotzdem fühlte ich mich nicht ausreichend vorbereitet. Meinem wunderbaren Sparringspartner in Sachen Schreiben, Frank Raki, klagte ich mein Leid und er bot mir kurzerhand an, mit mir ein kleines Coaching zu machen. Gesagt, getan, wir simulierten also das bevorstehende Pitching über Skype.

Das Lampenfieber fühlte sich dabei ziemlich echt an. Und nachdem ich 5 Minuten meine zurechtgelegte Vorstellung herunter gerattert hatte und wieder Luft holte war klar – mein Gegenüber mit Worten zu erschlagen ist nicht der richtige Weg.

Ab da begann der eigentliche Spaß. Frank versteht nicht nur eine Menge vom professionellen Auftreten in der Schreibszene, er hat ein beeindruckendes Talent, die richtigen Fragen zu stellen. Und mit diesen Fragen führte er mich in ganz neue Tiefen der Geschichte. Diese waren natürlich schon immer da, aber sie waren mir nie bewusst. Plötzlich aber konnte ich darüber sprechen. Ein ganz neuer Aufhänger für den Dialog mit den Verlagsvertretern war gefunden (und nebenbei wurde auch das Exposé ein weiteres Mal überarbeitet). Auf einmal fühlte ich mich sicher.

(Frank macht das übrigens auch gerne für andere ;)

*

Aufgeregt war ich natürlich trotzdem, als es am Messesonntag schließlich ernst wurde. Aber es war auch eine Menge Vorfreude dabei.IMG_20170326_120835089[1]Dank des Coachings fiel es mir leicht, die Kernaussage des Romans in wenigen Sätzen rüberzubringen. Eine meiner Gesprächspartnerinnen bescheinigte mir sogar: „Wow, das ist heute der erste professionelle Pitch, den ich zu hören bekomme.“ (Da strahlt man natürlich bis über beide Ohren ;)

Danach blieb den Verlagsvertretern genug Zeit, ihre Fragen anzubringen. Das war auch sehr wichtig, wie ich erkennen musste, denn hätte ich die Hälfte der Zeit über den Inhalt der Geschichte referiert, hätten viele dieser Fragen offen bleiben müssen. Vermutetes Ergebnis: Absage.

Klar, ein Verlag interessiert sich natürlich nicht nur für die Geschichte als solches, sondern auch dafür, wie er sie am Markt und in seinem Programm einordnen kann. Da spielen solche Dinge eine Rolle, wie ‚Wer sind die Perspektivträger?‘ ‚Wie viel Raum nehmen Schlachten, Liebe, Reisen, etc. in Ihrer Fantasygeschichte ein?‘ ‚Wie alt sind die Protagonisten?‘ ‚Wer ist Ihre Zielgruppe?‘

Sich dazu im Vorfeld bereits Gedanken gemacht zu haben, hat sich auch hier ausgezahlt. Gute Vorbereitung zeugt aber auch einfach von Professionalität und Respekt seinem Gesprächspartner gegenüber.

Schließlich muss der Verlag bis zur Veröffentlichung und auch darüber hinaus eng mit euch zusammen arbeiten. Wenn ihr also von Anfang an die Interessen des Verlages kennt und respektiert, bringt das Pluspunkte.

*

Aus drei Terminen habe ich drei Angebote erhalten, mein Manuskript einzusenden. Das ist auf jeden Fall schon ein Erfolg. Bis ich erfahre, ob der Text unter den kritischen Augen besteht, wird es aber noch etwas dauern. Bis dahin heißt es Daumendrücken.

Pfote

 

Die Zähmung des Schreckgespenstes „Exposé“

21. April 2017

Der Roman ist fertig geschrieben, das Manuskript in vielen Überarbeitungen auf Hochglanz poliert, die Testleser begeistert. Wer möchte da nicht den nächsten Schritt wagen – den Schritt zu Verlag oder Agentur?

Doch mit dem Schweiß, Blut und Tränen, die man in sein Manuskript investiert hat, ist es leider noch nicht genug. Um den Text zu „verkaufen“ braucht es noch mehr. Und hier kommt das Schreckgespenst aller Schreiber ins Spiel – das EXPOSÉ!Kreisch

Keine meiner Autorenkolleginnen die ich kenne, tun sich damit leicht. Die eigene epische, emotionale, tiefgründige Geschichte auf wenigen Seiten zusammen zu pressen, ist eben nichts für schwache Nerven.

Die gute Nachricht: Wenn man es ein paar Mal gemacht hat, stellt sich (wie bei fast allem) eine gewisse Routine ein. Und nicht nur das, plötzlich stellt man fest, dass man von dieser Schinderei sogar noch profitieren kann. Wie das?

Was ist ein Exposé?
Ein Exposé ist ein Verkaufsdokument. Es sagt dem Verlag, was er bekommt. So ähnlich wie die Rückseite einer Müslipackung im Supermarkt. Was ist drin? Wieviel? Wer hat es hergestellt? Wer greift schon zu, wenn er nicht weiß, ob er Schoko- oder Früchtemüsli bekommt?

Oder auf einen Roman übertragen: Welches Genre, wieviele Seiten? Wer sind die wichtigsten Figuren? Was passiert im Wesentlichen und in welcher Reihenfolge?
Eigentlich ganz simpel, ohne Schnörkel und Schleifchen.
Warum ist es dann trotzdem so schwer?

Ein Grund ist sicherlich die Herausforderung, nüchtern und sachlich über die eigene, mit viel Herzblut geschriebene Geschichte zu berichten. Aber der Verlag ist nicht euer Leser. Deshalb sind Cliffhanger, Verschleierungen oder Behauptungen über die Qualität eures Textes hier fehl am Platz. Am besten, man lässt den eigenen Roman eine gewisse Zeit liegen, bis man genügend Abstand dazu hat. Alternativ kann man sich auch vorstellen, man wäre wieder in der Schule. Inhaltsangaben dürften wir ja alle noch kennen ;)

Ihr kommt trotzdem nicht weiter? Dann solltet ihr euch fragen, ob mit der Geschichte wirklich alles in Ordnung ist. Die nüchterne Brille des Exposéschreibens ist nämlich wunderbar dazu geeignet, Plotlücken oder Logikfehler aufzudecken. Viele Autoren schreiben deshalb als erstes das Exposé, bevor sie sich an das eigentliche Manuskript machen.
Wenn man nicht einfach berichten kann, was in der Geschichte hintereinander passiert, dann stimmt mit der Geschichte etwas nicht. Logisch, oder?

Das Exposé kann mir also tatsächlich dabei helfen, meine Geschichte weiter zu verbessern.

Was gehört in ein Exposé?
Wie gesagt, wir sprechen hier über ein Verkaufsdokument. Dieses sollte kurz, knapp und sachlich gehalten werden. 3 – 5 Seiten sollten daher ausreichen. Folgende Informationen müssen enthalten sein:

  • Euer Name und Kontaktdaten auf jeder Seite (Kopf- / Fußzeile)
  • Titel des Romanes (ggf. alternative Titel)
  • Genre (High-, Low- Urban Fantasy, Historischer Roman, etc.)
  • Umfang des Manuskriptes in Normseiten
  • Zielgruppe (so konkret wie möglich: Kinder von 6 – 10,  Leser von Autorin Musterfrau …)
  • Pitch: so kurz wie möglich Zusammenfassung der Handlung, ca. 3 – 5 Sätze
  • Figuren: nur die zentralen Figuren, ca. 2 Zeilen wesentliche Information über Rolle in der Geschichte, Motivation und ggf. Entwicklung
  • Inhaltsangabe: 2 – 3 Seiten, inkl. Ende mit Auflösung aller Konflikte

Achtung: Verlage und Agenturen können individuelle Anforderungen an Exposés haben. Informiert euch deshalb IMMER vorab auf den entsprechenden Webseiten über die Einreichungskriterien.

Und bitte, wählt eine angenehm lesbare Formatierung. Seitenbegrenzungen sind nicht dazu da, dass man den Inhalt auf Schriftgröße 9 und in 0,5 cm Rand zusammenquetscht.
Ich persönlich denke, mit Arial 12 pt. und 1,5 zeilig macht man wenig falsch.

Beispielexposé
Als ich damals anfing mit Exposéschreiben, hätte ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als ein Beispielexposé an der Hand zu haben. Bei der Leipziger Autorenrunde wurde dieser Traum endlich (und etwas spät) Wirklichkeit, als Kristina Langenbuch von der Agentur Langenbuch & Weiß in ihrem Beitrag ein solches Exemplar an ihre Zuhörer verteilte.

Natürlich werde ich mich nicht erdreisten, dieses Exposé einfach zu kopieren. Ich habe mein Beispiel aber anhand dieser Vorlage erstellt. (Bitte nicht über den Inhalt lästern ;)

*Tammtadadamm* – hier ist es.

Expo

Einen super Abschluss-Tipp habe ich von Isabell Schmitt-Egner auf Facebook. Sie hat in einer Gruppe auch einen sehr guten Beitrag über das Exposéschreiben verfasst.

„Übersichtlich und essenzmäßig das Wichtigste mitteilen. So, dass der Lektor, der das liest, einem anderen von eurer Geschichte erzählen kann und der nächste das auch noch versteht. Das Exposé ist nicht eure Bühne, sondern die eures Buches. Es ist ein Buch-Casting, in dem nur echte Leistung zählt und keine Augenwischerei. Die Verlage haben genug Erfahrung und kennen alle Tricks, mit denen man ihnen was unterzujubeln gedenkt. Also versucht es erst gar nicht. Stellt eure Geschichte so dar, wie sie ist.“

Ich hoffe, dieser Artikel hilft euch weiter. Bei Fragen gerne melden :)

Pfote

Das war die Leipziger Buchmesse 2017

29. März 2017

IMG_20170324_122911585[1]Wieder einmal kann ich sagen: Danke Leipzig, danke Buchmesse und danke an all die vielen tollen Menschen, denen ich begegnen durfte. Meine Mitbewohner in der Autoren-WG, die Autoren und die Verleger an den Messeständen, die Organisatoren und Referenten auf den zahlreichen spannenden Veranstaltungen, alle die am Samstag Abend auf der Lesung waren und anschließend noch lustig beieinander gesessen haben …
Ich habe so viele Eindrücke mitgenommen, interessante Gespräche geführt und Ideen ausgetauscht, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Dieses Mal habe ich mir drei Tage Zeit genommen, was für ein sehr viel entspannteres Erlebnis gesorgt hat als sonst. Neben vielen inspirierenden Gesprächen an den Ständen mit Autoren und Verlegern (z.B. Verlag Torsten Low, Sternensand Verlag) habe ich meinen Messe-Freitag vor allem dem Fachprogramm gewidmet.

Besonders begeistert hat mich das Treffen der Facebookgruppe NaNoWriYeah bei dem sich auch Verlagsvertreter verschiedener E-Book Imprints vorgestellt haben. Eine tolle Unterstützung, die gerade angehenden Autoren hier angeboten wird.

Ebenfalls hoch spannend war der Autorenrundgang, den der BVjA (Bundesverband junger Autorinnen und Autoren) in Person von Tobias Kiwitt auf die Beine gestellt hat. Wir besuchten den Uschtrin Verlag (ein Muss in Sachen Autoren-Fachliteratur), den Verband freier Lektorinnen und Lektoren, die Akademie für Autoren und den Stand von Neobooks. Jeder der Vertreter nahm sich Zeit für unsere Gruppe und beantwortete die verschiedensten Fragen.

Immer wieder schön ist natürlich auch der Besuch bei der Manga und Comic Convention in Halle 1 beziehungsweise das Flanieren unter der Glaskuppel, bei dem man die vielen wunderschönen und aufwendigen Kostüme bewundern kann. Ich bin jeder Mal aufs Neue begeistert, wieviel Leidenschaft und Arbeit die Cosplayer investieren. Wow!

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IMG_20170325_101516815[1]Der Messe-Samstag war der Leipziger Autorenrunde vorbehalten. Ich war zum zweiten Mal mit dabei und habe meinen Fokus bei der Wahl der Tische dieses Mal weniger auf das Autorenhandwerk gelegt, sondern auf die teilweise verborgenen Abläufe bei Verlagen und Agenten.

Ein kleines Highlight vorab war die Keynote von Sebastian Fitzek. Lebensnah und humorvoll berichtete er von seinem Werdegang vor dem großen Durchbruch und beantwortete einige Fragen aus dem Publikum.

Während der Tischrunden durfte ich einen sehr lohnenden Beitrag zum Thema Marktanalyse von Anna Wagner (epubli) erleben und holte mir Tipps zur Zusammenarbeit mit Buchbloggern.
Tilman Winterling, Rechtsanwalt für Urheber- und Medienrecht, gab wichtige Tipps zu rechtlichen Fallstricken in sozialen Medien.
Die Agentur Langenbuch & Weiß überzeugte mit sehr guten Hinweisen zum Thema Exposé-Gestaltung (dazu mehr in einem extra Post).IMG_20170325_125136702[1]
Immer wieder erlebenswert ist auch Hans-Peter Roentgen, dieses Mal sprach er zum Thema Klappentext. 

Wie letztes Jahr war es auch bei dieser Veranstaltung das Wertvollste, erfahrene „Player“ der Buchbranche live zu erleben und sich mit ihnen austauschen zu können.

*

Am Sonntag begann dann das Nervenflattern, denn ich hatte mich zum „Meet & Greet“ angemeldet. Diese Veranstaltung – organisiert vom BVjA – bot Autoren die Möglichkeit, sich in einer Art Speed-Dating bei den teilnehmenden Verlagen vorzustellen.
Für Maximal 3 Termine à 10 Minuten konnte jeder Autor sich anmelden. Gar nicht so einfach, denn die Slots waren innerhalb weniger Stunden nach Öffnung des Anmeldeformulars Anfang März bereits ausgebucht. Aber ich hatte Glück und konnte tatsächlich 3 Plätze ergattern.

IMG_20170326_120814658[1]Ich war so nervös wie damals bei meinem ersten Vorstellungsgespräch. ;) Zum Glück konnte ich mein Schicksal mit den Autorenkollegen teilen, die mit mir gemeinsam auf ihren Auftritt warteten. Im Kopf rekapitulierte ich immer wieder die 2 – 3 Sätze meines Pitches, mit dem ich meinen Roman vorstellen wollte. Vorab hatte ich viel Zeit und Arbeit investiert, um diesen zu erarbeiten.

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Danksagung an Frank Raki (frank-raki.de) einschieben, der mir mit einem kleinen Coaching eine große Hilfe war. Er gab mir nicht nur wertvolle Tipps, um die richtige Einstellung für das Gespräch zu finden, sondern schaffte es mit seinen Fragen, meinen Fokus auf eine ganz neue, tiefe Bedeutungsebene des Textes zu lenken. So konnte ich trotz der Aufregung auf alle Fragen der Verlagsvertreter sicher antworten. Danke, Frank!IMG_20170326_130930427[1]

Die Gespräche verdeutlichten mir einmal mehr, wie wichtig es ist, als Autorin professionell aufzutreten. Ein Thema, dass ebenfalls in naher Zukunft einen eigenen Blogbeitrag wert ist.

Unterm Strich bin ich auf jeden Fall mit einem sehr guten Gefühl nach Hause gefahren. Was sich weiter entwickelt … wir werden sehen.
:)

Pfote

Vorbereiten auf die Leipziger Buchmesse 2017

18. März 2017

LBMFahnenSie steht vor der Tür, die zweitgrößte Buchveranstaltung Deutschlands: vom 23. – 26. März 2017 öffnet die Leipziger Buchmesse ihre Pforten.
Klar, dass ich – wie viele Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft – mit dabei sein werde.
Über 2.000 Veranstalter präsentieren ihre Neuerscheinungen und es wird im Rahmen von „Leipzig liest“ viele Lesungen ein umfangreiches Rahmenprogramm geben.
 
Nicht nur für die Leseratten, auch für Autoren wird eine Menge geboten:
Vorträge, Präsentationen, Workshops und Gespräche rund um die Themen Ideenfindung, Marketing, Veröffentlichen und Urheberrecht sind nur ein Teil davon.
Zusätzlich bieten epubli und neobooks ein Autorencamp, es gibt eine Lektorensprechstunde und das „Autoren-Shelfie“ wird der virtuelle Treffpunkt für Autoren.
 
Besonders empfehlenswert finde ich die „Leipziger Autorenrunde„. In insgesamt 6 Runden werden Gespräche und Diskussionen zu den verschiedensten Themen der Buchbranche angeboten: Tipps zum Handwerk, Einblicke in die Verlagswelt, Marketingempfehlungen, Sepf-Publishing und vieles mehr. Betreut wird jeder Tisch von einem namhaften Experten. In den Pausen hat man zusätzlich Gelegenheit zum Netzwerken und Erfahrungsaustausch (Visitenkarte nicht vergessen ;)
Zwar ist für diese Veranstaltung am Messesamstag ein extra Ticket erforderlich, die Investition lohnt sich jedoch, zumal man gleichzeitig eine Messe-Dauerkarte lösen kann.
 
Ein weiteres Juwel der Leipziger Buchmesse ist für mich die Meet & Greet Veranstaltung des Bundesverbands junger Autoren (BVjA). Bei diesem „Speeddating“ zwischen Verlagsvertretern und Autoren kann man sich gegenseitig kennen lernen, Buchprojekte vorstellen und möglicherweise den Grundstein für eine weitere Zusammenarbeit legen. Eine super Gelegenheit vor allem für Brancheneinsteiger, persönliche Kontakte zu knüpfen.

Vorbereitung ist die halbe Mietelbm17_besucherfuehrung_r340x0
Das Angebot in Leipzig ist riesig. Deshalb empfiehlt es sich, die Messetage gut vorzubereiten, damit ihr möglichst viel mitnehmen könnt.
Überlegt euch, was ihr anschauen wollt, welche Lesungen oder anderen Veranstaltungen euch interessieren und worauf ihr zur Not verzichten könnt. Denkt auch an bequeme Schuhe, eine Flasche Wasser und vielleicht einen Snack (ihr könnt einiges an Geld sparen, wenn ihr nicht auf die örtlichen Restaurants und Imbisse angewiesen seid).

Die Messe-Webseite bietet schon im Vorfeld alle Informationen und man spart sich nicht nur das Schlangestehen am Infostand vor Ort.
Welches Genre interessiert euch und in welchen Hallen ist es vertreten? Gibt es vielleicht schon spezielle Verlage, die ihr besuchen möchtet? Druckt euch den Hallenplan aus und markiert eure „Points of Interest“.
 
Das Lesungsprogramm ist mindestens ebenso umfangreich. Da fällt das Aussortieren nicht leicht. Zum Glück bietet das Veranstaltungsprogramm eine sehr gute Such- und Filterfunktion, mit deren Hilfe ihr euch euer ganz eigenes Programmheft zusammenstellen  könnt.
Tipp: Nehmt euch nicht zu viel vor. Eure Aufnahmefähigkeit ist begrenzt und ihr habt nichts davon, wenn euch schon am Mittag der Kopf schwirrt. Außerdem sind die Wege auf der Messe oft länger als man denkt – vor allem bei Hochbetrieb. Es macht keinen Spaß, im Laufschritt und mit ausgefahrenen Ellenbogen von einer Veranstaltung zur nächsten durch die Menschenmasse von zwei Messehallen zu hetzen.

Mein persönliches ProgrammIMG_20160318_153907953
Ich selbst werde dieses Jahr 3 Tage auf der Messe verbringen.
Den 1. Tag habe ich mir für gemütliches Schlendern, Stöbern und Bekannte treffen reserviert.
Da mein Heimat-Genre, die Fantasy, überwiegend in Halle 2 vertreten sein wird, werden meine Wege hoffentlich nicht allzu lang sein.
Aber auch einenn Abstecher in Halle 1 zu den Mangas und Cosplayern werde ich mir nicht nehmen lassen :)
 
Tag 2 steht erstmal ganz im Zeichen der Leipziger Autorenrunde, die mich von 10 – 17:00 Uhr beschäftigen wird.
Wie oben erwähnt ist auch hier das Programm sehr vielseitig.Auch hier plane ich natürlich vorab, welche Themen mich interessieren. Oft muss man schnell sein, um noch einen Stuhl zu ergattern. Auch wenn es problemlos möglich ist, den Tisch noch während der laufenden Runde zu wechseln, wenn man doch lieber woanders teilnehmen möchte.
Meine Erfahrung aus dem letzten Jahr hat gezeigt, dass die Tischrunden zum handwerklichen Themen zwar interessante Impulse liefern könnten, insbesondere für Autoren mit mehr Erfahrung jedoch eher wenig neue Inhalte liefern. Dafür waren die Beiträge von Lektoren, Agenten und anderen „alten Hasen“ der Buchbranche umso bereichernder. Ich bin gespannt …

Am Abend halte ich gemeinsam mit anderen Autoren vom Verlag Torsten Low eine Lesung unter dem Motto „der Phantastische Eintopf“ – in der SoupBAR. Ich werde die Geschichte „Irren ist tödlich“ aus der Anthologie „Irrlichter“ (Hrsg. Fabienne Siegmund) vortragen.
 
Der 3. Tag  wird dann sehr nervenaufreibend, denn ich werde die Meet & Greet Veranstaltung besuchen. Ich hatte Glück bei der Anmeldung und konnte das Maximum von drei Terminen ergattern. Für mich eine Premiere. Ich werde berichten, drückt mir die Daumen …

Pfote

Gute Vorsätze. Und, halten sie noch?

20. Januar 2017
Noch ist Januar. Noch ist es also nicht zu spät, euch allen ein frohes neues Jahr zu wünschen. Ich hoffe ihr habt 2016 gut hinter euch gebracht und hattet einen gesunden und erfolgreichen Rutsch nach 2017.
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Traditionell beginnen die meisten von uns ein neues Jahr mit guten Vorsätzen. Mehr Sport treiben, gesündere Ernährung und mehr Zeit für Familie & Freunde sind in den Statistiken immer ganz vorne dabei. Bei uns Schreibern nimmt noch ein weiterer Punkt einen Spitzenplatz ein: mehr Schreiben.
Leider ebenso traditionell ist es, die guten Vorsätze nach 6 – 8 Wochen wieder über Bord zu werfen. Keine Zeit, keine Lust, andere Sachen sind doch wichtiger …
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Vielleicht liegt es aber auch daran, dass eine schöne Idee in der Sylvesternacht noch nicht ganz ausreicht, um daraus auch Realität werden zu lassen.
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Wie also fasst man Vorsätze, die länger halten?
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1. Greifbare Ziele
„Mehr schreiben“ ist ein schönes Ziel, aber viel zu unkonkret. Versucht, das übergeordnete Ziel auf konkrete, umsetzbare Maßnahmen herunterbrechen.
Zum Beispiel „Montags schreibe ich immer von 17- 19 Uhr.“
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2. Nicht zu viel auf einmal
„Ab heute schreibe ich jeden Tag 2 Stunden“ ist wirklich ein harter Brocken. Lieber klein anfangen und z.B. einen Schreibslot die Woche fest reservieren. Oder eine halbe Stunde am Tag. Ihr werdet überrascht sein, wie schnell man auch mit kleinen Schritten voran kommen kann.
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3. Keine Fixierung auf einen einzelnen Tag
Heute habe ich nichts geschrieben. Ach Mist. Ich bin doof, alles ist doof. War nix mit dem Vorsatz, Ende, Aus …
Verbesserungen umzusetzen ist ein kontinuierlicher Prozess. Es wird niemals alles von heute auf morgen klappen. Habt Geduld mit euch. Rückschläge sind kein Weltuntergang. Sie zeigen uns lediglich, wo wir noch nachbessern können.
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4. Routinen schaffen
Gebt euch nicht die Möglichkeit, eure Entscheidungen täglich zu hinterfragen. Schafft Strukturen, denen ihr folgen müsst. Es kann z.B. helfen, sich mit anderen zum Schreiben zu verabreden (in Foren oder auf Skype). Das macht das Herausreden schwerer.
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Ich selbst habe mir genau das vorgenommen – mehr schreiben. Bei dieser nebulösen Formulierung ist es aber nicht geblieben. Gehen wir die 4 Schritte doch noch mal anhand meines Beispiels durch:
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1. Ganz konkret: Ich stehe Montags bis Freitags um 06:00 Uhr auf und setze mich hin bis 07:00 Uhr. Klingt hart, ich weiß. Ich bin kein Frühaufsteher und es fällt mir selten leicht, die warme Bettdecke zurückzuschlagen, wenn der Wecker klingelt. Mir hilft der Gedanke, dass ich mich eine Stunde später auch nicht ausgeschlafener fühlen würde. Außerdem durfte ich feststellen, dass der Körper sich tatsächlich daran gewöhnt und auch zu unchristlichen Zeiten produktiv werden kann. Zwischen 400 und 800 Wörter sind drin innerhalb dieser ersten Stunde des Tages. Und mal ehrlich – Schreiben ist doch ein viel besserer Grund aufzustehen, als z.B. das Büro, oder? ;)
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2. Ich bin ein absoluter Top-Kandidat dafür, mir zuviel vorzunehmen. Dieses Mal habe ich es aber wohl geschafft, mich ausreichend zu zügeln. Ich habe mir für meine morgendlichen Schreibsessions bewusst keine Wortziele gesetzt. Wenn ich noch im Halbdelirium stecke und nur 300 Wörter zustande bringe, ist das ok. Wenn es mal 900 werden sollten freue ich mich, mache daraus aber keine Anforderung für die Zukunft.
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3. Bisher hatte ich zum Glück noch keinen Ausfall. Aber wenn doch … tja, am nächsten Morgen klingelt der Wecker trotzdem.
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4. Wenn der Wecker klingelt, nicht an die warme Decke denken, auch nicht daran, wieviel Müdigkeit mir noch in den Knochen steckt – am besten gar nicht nachdenken, sondern handeln. Die nächste Szene wartet. Also raus aus den Federn!
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Zwei ganz wunderbare Nebenffekte, an die ich gar nicht gedacht hatte, haben sich auch schon eingestellt:
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  • Ich bin durchgehend drin in der Geschichte. Kein langes Einlesen mehr, wenn man mal 2 Wochen zu nichts gekommen ist. Dokument auf und die Figuren, die Umgebung – alles ist wieder da. :)
  • Meine Abende sind plötzlich wirklich Freizeit. Ich fühle mich nicht mehr schlecht, wenn ich keine Kraft/Zeit/Lust habe, mich nach getaner (Haus-)Arbeit nochmal an die Geschichte zu setzen. Jetzt ist es ok, auf dem Sofa zu lümmeln und einen Film zu schauen oder ein Buch zu lesen. Mit den Wochenenden ist es genau so. Samstags und Sonntags schreibe ich dann, wenn es mich wirklich dazu drängt. Ansonsten verbringe ich die Zeit mit meiner Familie. Die Geschichte kommt trotzdem voran. :)

Pfote

Ende der ersten Novemberwoche – der Alltag lässt grüßen

8. November 2016

susanne-schreibtDie Herbstferien sind vorbei, ich muss zurück auf die Arbeit und der Alltag hat mich wieder. Zum Glück habe ich mir in den freien Tagen schon ein Polster angeschrieben, um mich vor eventuellen Kreativitätseinbrüchen abzusichern. Trotzdem heißt es nach wie vor, konsequent und diszipliniert weiter schreiben – auch wenn die Euphorie des Anfangs sich vielleicht schon verflüchtigt hat.

Wie aber bekommt ihr das hin? Den Anforderungen von Beruf, Familie, Freunden und anderen Verpflichtungen in dieser Hinsicht zu trotzen ist nicht einfach, das merkt ihr bestimmt spätestens jetzt nach der ersten Woche.

Ich habe festgestellt, dass folgende Punkte mir sehr weiter geholfen haben:

  • Nutzt auch kleine Zeitfenster zum Schreiben: die Mittagspause, eine Busfahrt, die Zeit im Wartezimmer, die Backzeit der Tiefkühlpizza … Ihr werdet staunen, wieviele Wörter dabei zusammen kommen können. Wenn gerade kein Computer zur Verfügung steht, habt ihr hoffentlich euer Notizbuch zur Hand. Handschriftliches später abzutippen, zählt schon als erste Überarbeitung ;)
  • Streicht alle Dinge, die euch eurem Wortziel nicht näher bringen und die entbehrlich sind. Könnt ihr nicht auch im Dezember ins Kino gehen? Welche Fernsehserien braucht ihr nicht unbedingt gesehen haben? Kann eure Online-Gilde nicht ein paar Wochen auf euch verzichten? Müsst ihr wirklich jede Woche einen Blogbeitrag schreiben? Es geht nicht darum, euch zu kasteien oder abzuschotten. Überlegt einfach, welche Aktivitäten in diesem Monat wirklich wichtig genug sind, um dafür Schreibzeit zu opfern.
  • Seid stolz darauf, dass ihr jeden Tag schreibt. Allein das ist schon eine lobenswerte Leistung. Belohnt euch dafür, indem ihr eure Schreibsessions zelebriert – sei es mit leckerem Tee, Kerzenschein, eurer Lieblingsmusik oder flauschigen Socken :)
  • Am besten lest ihr den bisher geschriebenen Text nicht. Am 01.11. habt ihr den inneren Kritiker mühsam weggesperrt oder in Urlaub geschickt. Gebt ihm jetzt keine Chance auf ein Comeback! Selbst erfahrene Autoren sind nicht vor der Falle gefeiht, den ersten Entwurf schlecht zu finden und darüber die Motivation zu verlieren. Euer Text mag nicht perfekt sein, aber das Überarbeiten beginnt frühestens im Dezember.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch eine Menge Inspiration für die kommenden Tage :)

Pfote