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37. Jahre Phantásien

4. September 2016
In diesem Monat feiert die unendliche Geschichte von Michael Ende ihren 37. Geburtstag. Es ist zwar kein rundes Jubiläum, aber trotzdem macht das Thema gerade in den Medien die Runde. Selbst Google ehrte das Buch und seinen Autor am 1. September mit einem Doodle. Den Gratulanten schließe ich mich an dieser Stelle gerne an.
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Die unendliche Geschichte von Michael Ende war für mich das Tor in die Welt der Fantasy.
Im Alter von ungefähr 11 Jahren hatte ich noch nicht allzuviel mit Büchern am Hut. Deshalb war es die Verfilmung – von der Michael Ende sich ja scharf distanziert hat – die mich auf diese Spur brachte.
Im Nachhinein muss ich sagen, der Film ist im Vergleich zum Buch wirklich schlecht, weil die entscheidenden Aussagen fehlen. Daher kann ich Endes Widerstand dagegen absolut verstehen. Aber: hätte es den Film nicht gegeben, ich wäre vielleicht nie auf die Wunder gestoßen, die sich dahinter verstecken.
Natürlich war das erste Buch, dass ich nach dem Film  in die Hand nahm, die unendliche Geschichte. Allein die Gestaltung, die Schrift in Rot und Grün anstatt durchgehendem Schwarz ist ja schon etwas Besonderes. Ganz abgesehen von Endes Art zu erzählen, die so ganz anders ist als in all den anderen Geschichten, die ich zum Anfang der 90er Jahre kannte. Ich plumste gleich hinein in Korianders Antiquariat, und als Bastian das geheimnisvolle Buch aufschlug, war ich plötzlich auch mittendrin.
Das, was Bastian Balthasar Bux so begeisterte, schlug auch mich in den Bann. Eine Geschichte, die einen hineinzieht – von der man selbst ein Teil wird – eine Welt, die man selbst erschaffen kann. Plötzlich waren Bücher für mich nicht mehr nur eine langweilige Aneinanderreihung von Buchstaben, sondern der Schlüssel zu fantastischen Reichen. Die Faszination, die damals mit dem umstrittenen Film begann, hält bis heute an. (Insofern bin ich trotz allem dankbar, dass es sie gibt.)
 
Eine der Botschaften, die mir dort begegnete hat mein Kinder-Ich zu dieser Zeit sehr begeistert (und es sind viele, wie ich im Laufe der Zeit und nach wiederholtem Lesen der unendlichen Geschichte erkennen durfte): Fantasie ist etwas Gutes, ja sogar etwas Notwendiges in unserem Leben. Es ist in Ordnung ist, ab und zu mit dem Kopf in den Wolken zu stecken.
Das Leseerlebnis beeinflusste mich noch lange nach der letzten Seite. Ich begann selbst, mir fantastische Kreaturen auszudenken und zeichnete eigene Landkarten. Und ich begann zu lesen.
doodle-unendliche-geschichte
Bis ich anfing, selbst Geschichten aufzuschreiben, dass dauerte dann doch noch einige Jahre.
Aber ich bin Michael Ende bis heute dankbar für jenen Schubs aus der Tür und hinaus auf die Straße.
Ich hoffe, dass es in den letzten Jahren noch vielen anderen so ging und dass es in den nächsten 37 Jahren noch einige mehr werden.
Gebt euren Kindern dieses Buch zum Lesen ;)
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