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Geschichten in Action – das Liverollenspiel

19. September 2019

Auch wenn ich immer wieder jammere, wie wenig Zeit mir zum Schreiben bleibt – dieses Jahr habe ich und werde ich noch ich einige Wochenenden in Liverollenspiel investieren.

Wie das Schreiben auch, ist es für mich Urlaub für den Kopf. Auf keine andere Art kann ich so gut abschalten, wie wenn ich mich Hals über Kopf in eine andere Welt stürze. Ich bin ein anderer Charakter, ich habe ganz andere Beziehungen und Probleme.

Anders als beim Schreiben bin ich jedoch nicht allein. Ich spiele in einer Gruppe, wir kooperieren oder beharken uns, stehen füreinander ein oder misstrauen uns.

Über die Jahre, die ich nun schon spiele (es sind über 15, ich werde wohl alt … ;) habe ich eine sehr spannende Erkenntnis gewonnen. So episch die Quests auch sein mögen und so spannend die Kämpfe und Schlachten, am meisten Spaß macht mir gutes Charakterspiel mit anderen. Ein guter Konflikt, der meinen Charakter herausfordert, beschert mir neue Erfahrungen mit mir selbst und bereichert mich. Ein Waffenbruder, der mich mit seinem Schild deckt, aber andere moralische Werte vertritt, beschert mir innere Spannungen … Die Liste könnte ich noch lange fortsetzen. Es sind solche Begegnungen mit anderen Spielern, die das Abenteuer zu dem machen, was es für mich ist. Eine ganz andere Art des Erlebens, die man im Alltag nicht/kaum noch findet. (Und sicherlich auch eine Bereicherung für das Schreiben, denn gute Geschichten sind ja bekanntlich charaktergetrieben ;)

Mittlerweile wird man ja nicht mehr komisch angeguckt, wenn man sagt, man sei ein Rollenspieler. Der Begriff des „Role Play Games“ oder RPG ist inzwischen auf breiter Front bei den Leuten angekommen. Die meisten kennen die RPGs als Computerspiele (z.B. World of Warcraft, Elder Scrolls, The Witcher) oder sogenannte Pen & Paper, die mit Charakterbogen, Bleistift und Würfeln gespielt werden (z.B. Das Schwarze Auge, Dungeons & Dragons). Einige dieser Spiele haben es ja sogar schon auf die Kinoleinwände geschafft, was die gesellschaftliche Akzeptanz der „Gamer“ nochmal deutlich gesteigert hat. Darüber freue ich mich sehr.

Falls dennoch jemand noch nicht weiß, wovon ich hier schreibe:

„Ja, wir verkleiden uns als Krieger/Waldläufer/Orks …“ „Ja es werden richtige Kämpfe ausgespielt (mit Polsterwaffen).“ „Ja, es macht irre viel Spaß!“

Zur kurzen Erläuterung von Liverollenspiel (in kurz auch LARP = Live Action Role Play) möchte ich mit Wikipedia bedienen. Wer mehr wissen möchte, darf gerne fragen ;)

[Zitat] LARP bezeichnet ein Rollenspiel, bei dem die Spieler ihre Spielfigur auch physisch selbst darstellen. Es handelt sich also um eine Mischung aus Pen&Paper-Rollenspiel und Improvisationstheater. […]Die Teilnehmenden können im Rahmen einer Rolle, die die eigene Figur und ihre Eigenschaften und Möglichkeiten beschreibt, frei improvisieren.

Das heißt, die Rolle, in die ich dabei schlüpfe, habe ich mir selbst ausgedacht. Ich habe ein Kostüm, eine Hintergrundgeschichte, ein paar besondere Fähigkeiten und ggf. auch passende Waffen (Polsterwaffen!).

Auf der anderen Seite steht eine Gruppe Organisatoren – die Orgas – die solch ein Rollenspiel veranstalten, sich einen Plot mit Questen ausgedacht haben und diesen durch Kulissen und NSCs mit Leben füllen. NSCs = Nicht-Spieler-Charaktere sind die Seele jeder Larp-Veranstaltung. Sie sorgen als Dorfbevölkerung für das richtige Ambiente, führen als Questgeber durch die geplante Handlung und werfen sich den Spielern als Feinde in der Schlacht entgegen. Das gerne auch mehrmals täglich wechselnd. Mords anstrengend – aber auch ein Heidenspaß, die Spieler herumzuscheuchen und ihnen einzuheizen ;)

(An dieser Stelle ein besonderer Dank an alle, die regelmäßig NSCs spielen und mir einheizen.)

Vielleicht treffen wir uns ja mal?

Pfote

 

 

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