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Lebendige Figuren sind Archetypen

15. Januar 2020

Geschichten leben von ihren Figuren.

Die Figuren sollen plastisch sein, lebendig, den Leser förmlich von der Buchseite anspringen. Mit ihnen soll der Leser mitfiebern und sich in ihnen wiedererkennen. Sie sind es, die den Plot vorantreiben.
Solche Figuren zu erschaffen, ist eine ziemliche Herausforderung. Zumindest für mich. Es gibt zwar viele Schreibratgeber, aber eine Anleitung, in sich stimmige, konsistente und trotzdem lebendige Charaktere zu zeichnen, habe ich noch nirgends gefunden. Der aus dem Pen & Paper Rollenspiel entlehnte Charakterbogen kann zwar eine gewisse Grundlage liefern, mehr aber auch nicht.

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Auf meiner Suche fand ich in der Welt des Schreibens stieß ich auf ein Konzept, dass ich eigentlich aus der Psychologie kenne. In Mythen und Legenden, in der Esoterik und in Religionen, in Romanen und Filmen sind sie überall anzutreffen: die Archetypen.

Was ist ein Archetyp?

Der Begriff Archetyp, (von altgriechisch arché = Beginn, Anfang und typos = Vorbild, Skizze) ist ein idealtypisches (Ur-)Bild. C.G. Jung prägte diesen Begriff in der Psychologie als Bezeichnung für Grundstrukturen menschlicher Vorstellungs- und Handlungsmuster. Archetypen wie z.B. den des Helden, der Mutter oder des Narren findet mal über alle Kulturräume hinweg wieder. Sie sind quasi ein Teil unseres menschlichen Erbes. Und so tauchen sie bis heute in Geschichten auf.
(Ein anderes, ganz ähnliches Beispiel ist die Heldenreise.)

Ist ein Archetyp nicht auch stereotyp?

Wie der Stereotyp ist auch der Archetyp allgemein bekannt und daher leicht erkennbar. Er ist jedoch eben nicht so starr, verallgemeinernd und vereinfacht wie der Stereotyp. Der Archetyp ist keine einengende Schablone, sondern eine Grundstruktur, aus der sich der Charakter einer Figur entfalten kann. Leicht erkennbar und vertraut, aber dennoch individuell – eigentlich genau das, was Autoren brauchen, oder?

„16 Master Archetypes“

Nun gibt es theoretisch eine Unzahl verschiedener Archetypen. Welche aber könnten für mich als Autorin besonders relevant sein?

Durch die Empfehlung eines Autorenkollegen bin ich auf ein sehr interessantes Buch gestoßen. „16 Master Archetypes“ (Tami D. Cowden, Caro LaFever, Sue Viders). Es beschreibt jeweils 8 weiblichen und männliche Archetypen, die in den heutigen Medien gängig sind. Dazu gibt es, vor allem aus Filmen, viele konkrete Beispiele für Vertreter dieser Archetypen, was das Ganze sehr anschaulich macht. Ein besonderes Goodie sind die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der Archetypen, wie sie typischerweise miteinander interagieren und wie sich ihre Beziehung entwickelt. Leider ist es nur auf Englisch verfügbar.

Das Schmankerl zum Schluss

In den nächsten Wochen werde ich Stück für Stück Einblicke in das geben, was ich persönlich über die Archetypen aus diesem Buch mitgenommen habe. Also, kommt häufiger mal vorbei ;)

 

 

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